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PORTFOLIO

Ein Lebensstil, der inspiriert

Mildes Klima, fruchtbarer Boden und die lockeren Gemüter der Madeirer sorgen hier für eine besondere Lebensqualität.

«Hier in Madeira sind die Leute einfach viel lockerer drauf, wir nehmen alles gelassener als die auf dem Festland», begründen die Inselbewohner die Liebe zu ihrer Heimat. Und dank dem milden Klima ist es immer warm, der Boden aber dennoch extrem fruchtbar. Die Tomaten sind immer frisch und süss, weil sie dreimal im Jahr geerntet werden können. Kein Wunder zieht es die meisten Madeirer auch nach längeren Auslandsreisen wieder nach Hause zurück. Zudem haben viele Portugiesen, die ursprünglich vom Festland sind, Madeira zu ihrer Wahlheimat ernannt.

Eine von ihnen ist die Meeresbiologin Manuela Maranhao

die auf die Insel kam, um ihre Abschlussarbeit fürs Studium zu schreiben. Seither begleitet sie täglich Touristen auf kleinen Booten aufs Meer: «Dort draussen, wo sich die Wellen etwas mehr kräuseln, sieht man Streifendelfine.» Ihr geübtes Auge entdeckt die verspielten Meeressäuger sofort. «Ich will nicht mehr nach Madeira, hier ist mein Zuhause.»

Ein Mann, der seit jeher auf der Insel lebte und ihre ältesten Bewohner kennt, ist Rui Camancho von der Musikgruppe Xarabanda. Seit 30 Jahren ist er auf den Spuren der traditionellen madeirischen Musik und spricht dafür mit den Alten und lässt sie vorsingen. Doch das Ziel von Xarabanda liegt nicht darin, das Urtümliche zu konservieren: «Volksmusik lebt und entwickelt sich mit den Leuten. Von den Wurzeln unserer Musik lasse ich mich zu Neuinterpretationen inspirieren», erklärt Rui Camancho. Mit ähnlicher Philosophie komponiert der Chefkoch Luis Pestana immer wieder neue Gerichte aus den traditionellen Nahrungsmitteln der Insel: «Unsere Fische an einer Sauce aus den lokalen Früchten, das sind kulinarische Hochzeiten und nie endende Inspirationsquellen.»

Auch der Architekt Paulo David

fusioniert seine modernen Visionen mit der Natur der Insel. Wenn immer möglich benutzt er zum Bau seiner Werke lokales Material. Sein Bestreben liegt zudem stets darin, die Schöpfungen harmonisch in die natürliche Umgebung einzubetten. Wichtig ist für Paulo David auch das Element Dachterrasse: «Sie zwingt den Menschen innezuhalten, den Blick in die Ferne schweifen zu lassen und sich an die Zeiten zu erinnern, als das Leben noch ruhiger war.»

Stillgestanden ist die Zeit im strohbedeckten Häuschen der Familie Teles da Costa im Dorf Santana. Seit 240 Jahren ist auch das Interieur nicht verändert worden. Bewohnt wird der hintere Teil des Hauses, der vordere steht den Besuchern offen, die herzlich mit einem hauseigenen Ginja empfangen werden. Eine Art Sherry. Geheimrezept, unverkäuflich.

Meister der kreativen Drinks sind auch die Jungs der Mini Eco Bar

die sie direkt an einer kleinen Bucht neben einem Kayak-Club in Seixal eröffnet haben: «Wir kaufen auf Biomärkten ein, sind aber keine Fanatiker», erklärt Paulo Lima. Es gibt Cocktails mit knalligen Farben zu herzhaftem Salat mit frischem Thunfisch. Auch der originelle Look mit dem Recycling-Design gehört zur Philosophie: «Das Geschäft mit meiner ehemaligen Bar in Funchal boomte zwar, aber mich langweilte, dass dort alle Clubs gleich aussehen», erzählt Paulo Lima. Mit der Mini Eco Bar möchte er einen attraktiven Anziehungspunkt schaffen, für Reisende wie auch für Einheimische. Vielleicht ergeben sich aus den Begegnungen neue Geschäftsideen.

Der erste Blandy

der vor 200 Jahren von Grossbritannien nach Madeira kam, liess sich auch von der Insel inspirieren und setzte den Grundstein für eines ihrer erfolgreichsten Familienunternehmen, das noch immer von offenem Geiste geprägt ist: «Wir arbeiten nur mit den besten Leuten zusammen, egal woher und aus welcher Familie sie sind», so Vorstandsvorsitzender Michael Blandy.

Heimat von Cristiano Ronaldo

Der berühmteste Madeirer ist Cristiano Ronaldo. Bis heute lebt seine Familie auf der Insel. Darunter sein Pate Fernão Sousa, einer der Menschen, die am meisten Einfluss auf Ronaldos Fußballkarriere hatten. Fernão Sousa spielte seinerzeit im Club Andorinha, wo Ronaldos Vater als Zeugwart arbeitete. »Schon als kleiner Bub ist er immer mit dem Vater mitgegangen, weil es dort Bälle gab«, erinnert sich der Pate. »Hausaufgaben interessierten Cristiano nicht. Damit musste man ihn einsperren. Aber er kletterte aus dem Fenster, um zum Fussballfeld zu rennen.« Auch das ferngesteuerte Auto auf Weihnachten war ein Flopp: »Er hatte einen Fussball erwartet. Als er erwachsen war, habe ich das nachgeholt«, lacht der Götti. Neben dem Ball ist der einzige, der Cristiano Ronaldo nahesteht, seine Heimat Heimat Madeira immer wichtig geblieben. Er hat seinen Familienmitgliedern dort ihre Häuser gekauft und damit auch für sich den Bezugsort gefestigt, an den er immer wieder zurückkehrt. Zudem erstand er Land am Strand von Porto Santo. Auf der zweieinhalb Stunden Seeweg entfernten Schwesterinsel plant er ein Resort zu bauen. Der goldene Sand ist von weltweit einmalig wertvoller Beschaffenheit für Wellness Behandlungen. Im Vergleich zu Madeira ist Porto Santo aber eher kahl. Nur die «Quinta das Palmeiras», ein Garten voller exotischer Pflanzen und Vögel bietet eine Oase. Aber die Bewohner sind sich einig: «Hier in Porto Santo sind die Leute einfach viel lockerer drauf, wir nehmen alles gelassener als die auf Madeira.»

Myriam Brunner, Fotografin, Story Telling und Content Creation

Die Fotografin, Myriam Brunner: Als Fotofachangestellte bildete sie sich weiter zur Fotografin, was nun ihre selbstständige Berufstätigkeit ist. Reisen im Ausland kann und will sie gar nicht von ihrem Beruf trennen. Eine Fotografin aus Leidenschaft. Abenteuerlustig, neugierig und hingerissen von den Wundern der Welt.

Text: Danke liebe Selina für deine wertvolle Arbeit

Selina Andrea Müller

Danke für die Zusammenarbeit:

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