Kenya, Edelweiss Air

PORTFOLIO

Dorfleben

Gesichter, die Geschichten erzählen Sie ist eine Exotin auf der staubigen Strasse des kleinen Dorfes mitten in der kenianischen Savanne. Die leuchtenden Augen aus den tiefschwarzen Gesichtern sind auf sie gerichtet. Verwundert, anfangs skeptisch, aber neugierig. Myriam Brunner aus der Schweiz hat zwar einige Brocken Swahili gelernt, doch mit Händen und Füssen klappt Kommunikation an dieser Stelle besser. Und nach einigen Lachern ist den Dorfbewohnern klar: Die Fremde hat ehrliches Interesse für ihren Alltag, für ihr Leben. Sie will schöne Bilder davon machen. Und weil der digitale Display auf der Kamera bezeugt, dass sie ihr Handwerk versteht, dass sie trotz der Nähe den Respekt nicht verliert, wird gerne posiert. Kennenlernen in Kenia. Kulturaustausch in der einfachsten und direktestem Form. Bilder sagen mehr als Worte. Die Einheimischen begreifen schnell, dass die junge Frau von ihren Bildern lebt. Es erfüllt sie mit Stolz, dass ihre Gesichter in einem fernen Land von vielen fremden Menschen gesehen werden. Das macht Myriam zur Verbündeten. Sie darf bleiben und sieht das andere Afrika. Jenseits der grossen Touristenströme. Aber voll im Hier und Jetzt.

Fernsicht | Nachsicht

Ein Blick in die Ferne. Freie Sicht auf Unberührtes, Stilles, Konstantes, in sich Ruhendes. Blick aufs Nahe: Das ist laut, veränderlich, ständig in Bewegung. «Es ist so entspannend, Landschaften in Afrika zu fotografieren», sagt Myriam. „Man kann stundenlang an einem Standort verbringen und dennoch wechselt die Szenerie ständig.“ Schemenhaft zeichnen sich die Akazien im Schattenspiel von Sonne und Gewitterwolken gegen den blaugrauen Himmel ab. Alles ruht, die einzige Bewegung ist die Veränderung des Lichts. Dieses gilt es im optimalen Moment einzufangen. Myriam ist schussbereit. Mit ihrer Nikon D3 und vier Objektiven von Fischauge, Weitwinkel bis Tele ist sie für jede Situation gewappnet. Geduld ist gefragt. Wie bei der richtigen Jagd. Minutenlang durch den Sucher blickend, pirscht sich die Fotografin an ihr Motiv heran. Dann plötzlich ist er da, dieser göttliche Augenblick, wo Himmel und Erde erleuchten in der reinsten Ästhetik der pursten Natur. Klick-klick-klick. Myriam hat ihn eingefangen. Blitzschnell wie ein wildes Tier, das sich bei der Jagd auf seinen Instinkt verlässt. Ist die Beute erlegt, folgt die Entspannung. Auch Myriam geniesst die Schönheit, die dieses Land im Überfluss bietet. «Das Licht in Kenia ist ganz anders als in der Schweiz», sagt sie. „Es ist kontrastreicher und lässt die Farben greller, knalliger erscheinen.“

Alltag

Hartes Leben an beiden Fronten, aber mehr Herzlichkeit auf dem Land Vielleicht tröstet ein afrikanischer Sonnenuntergang in der Wildnis über ähnliche Verhältnisse hinweg. Myriam kann ein Klischee jedenfalls bestätigen: «Auf dem Land sind die Menschen offener, freundlicher und herzlicher als in der Stadt.» Auch wenn weniger gewöhnt als in der Stadt, sind sie nicht misstrauischer, sondern neugieriger. Trotz viel schwerer Arbeit und täglichen langen Fussmärschen zu Wasserstellen strahlen die Landleute eine eigentümliche Ruhe aus. Ohne sie wäre der Alltag wohl nicht zu bewältigen. „Pole pole“ heisst auf Swahili „immer mit der Ruhe“ und ist auf dem Land ein häufiges Statement. Nicht aber unbedingt in der Hauptstadt Nairobi. Dort ist so etwas wie Hektik und Distanz spürbar. Trotzdem herrscht auch hier die afrikanische Leichtigkeit des Seins. Die Menschen sind offen für alles Neue und wahren prinzipiell Anstand und Respekt.

Schulhof

Improvisieren gehört zum kenianischen Alltag. Das betrifft auch den Stundenplan der Schulen. Gibts kein Papier mehr, hats sicher noch einen Fussball. Was jetzt kommt, ist in der Schweiz undenkbar. Myriam will eine Schulklasse ablichten und hat sich auf langwierige Verhandlungen eingestellt. Doch es kommt ganz anders: Der Rektor persönlich empfängt die Fotografin, pfeift die Kinder vom Fussballplatz in die Schulzimmer zurück, erklärt stolz, was sie gerade lernen, Pädagogen tragen Gedichte vor, es werden Lieder gesungen, Tänze gezeigt. Myriam merkt: Besuchstag ist hier ein eingespieltes Ritual. Gerade, wenn Touristen vorbeikommen. Denn das meiste Schulmaterial wird von den Besuchern gespendet. Die Kinder umschwärmen Myriam, „So verspielt sie sind, wirken sie für ihr Alter schon sehr erwachsen“, sagt sie. Kein Wunder: Diese Kinder stehen schon mitten im Leben, müssen in ihren Familien mithelfen, täglich zu überleben. Auch das ist Kenia: Ein Land jenseits von Luxus und Sozialstaat. Mit vielen Aspekten, die man auf Bildern nicht zeigen kann.

Reisetipps

Wer nach Zitrone oder noch besser «Echt Kölnisch Wasser» riecht, wird nicht von Moskitos belästigt. Sicherheitshalber aber unbedingt die Malaria-Prophylaxe nicht vergessen. Bezüglich des Essens gilt die übliche Tropenregel: kochen, schälen oder vergessen. Auch das Wasser zum Zähneputzen unbedingt abkochen und viel davon trinken. Auch wenn Bier verführerischer ist, lieber tagsüber auf Alkohol verzichten, denn er verstärkt die dehydrierende Wirkung der Sonne. Die Einheimischen haben nicht zufällig die Sitte des «Sundowners» eingeführt, des Drinks nach Sonnenuntergang. Die Strahlkraft der Sonne ist übrigens enorm, Kopfbedeckung somit unverzichtbar.

Myriam Brunner, Fotografin, Story Telling und Content Creation

Die Fotografin, Myriam Brunner: Als Fotofachangestellte bildete sie sich weiter zur Fotografin, was nun ihre selbstständige Berufstätigkeit ist. Schon seit Jahren von Afrika fasziniert, würde sie am liebsten jedes Land auf diesem Kontinent bereisen. Ausser in Kenia war sie bereits in Ägypten, Marokko, Südafrika, Uganda und Ruanda, natürlich immer mit ihrer Kamera bewaffnet. Ferien im Ausland kann und will sie gar nicht von ihrem Beruf trennen. Eine Fotografin aus Leidenschaft. Abenteuerlustig, neugierig und hingerissen von den Wundern Afrikas, besonders der Schönheit dessen Menschen.

Die ganze Fotogalerie zur Kenia & Uganda Reise gibt es HIER

Danke Edelweiss Air & Private-Safaris.ch

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