
HERZENSMENSCHEN UND FELLNASEN
Wo Hoffnung ein Zuhause findet
Besuch bei den Herzensmenschen von Pyrgos
Anfangs März besuchten wir eine Hundeauffangstation des Vereins «Stray Paws of Pyrgos«. Rund 150 wunderbare Seelen werden hier gepflegt und gehegt und hoffen auf ein neues Zuhause. Die meisten der Hunde sind ehemalige Strassenhunde, gesunde und kranke, junge und alte – gemeldet von Reisenden und Einheimischen. Und es gibt auch andere Schicksale: gerade während wir hier waren, wurde ein abgemagerter Hund gebracht, dessen Besitzer schlicht zu arm ist, um ihn zu füttern. Hier in der Hundestation beginnt für alle ein neues Lebenskapitel.




Ein Alltag aus purer Hingabe
Die Strassenhunde-Situation in Griechenland ist eine prekäre Mischung aus Gleichgültigkeit und Verzweiflung. Und die Arbeit, die hier vor Ort mit viel Herzblut geleistet wird ist immens: jeden Tag, Jahr ein Jahr aus, routiniert und auch improvisiert, denn es fehlt an finanziellen Mitteln.






Kleine Beträge, grosse Wirkung
Ein Hund kostet hier etwa 25 Euro pro Monat. Rechne! Das sind riesige Fixkosten, nur schon um das Rudel zu ernähren. Hinzu kommen medizinische Behandlungen, Fellpflege für verfiltzte Langhaarige und der stetige Ausbau und Unterhalt der schützenden Hütten und Zwinger.




Jeder Beitrag ist ein Baustein für eine bessere Zukunft. Er bedeutet nicht nur Futter im Napf, sondern auch ein Dach über dem Kopf und die medizinische Fürsorge, die diese Tiere so sehr verdienen.

Wahre Kuschler und kleine Frechdachse
Doch was machen wir da, zwei Reisende, die nach ihrem eigenen Hund Jara riechen? Kaum erblicken uns die Hunde am ersten Tag geht das Gebell und Geheul los. Sie stürmen zum Zaun, springen hoch und sind richtig laut. Unmöglich hier herein zu kommen! Und wieder bin ich froh, die Trust-Technique zu kennen. Nach wenigen Sekunden wird es ruhiger und wir wagen uns aufs Grundstück. Noch ein paar Hunde springen an uns hoch, doch auch das lässt innert Kürze nach. Nur der kleine Ernie (oder hiess er Toni? ) hat ganz eigene Pläne: Er ist fest entschlossen, seine Milchzähne an unseren Stiefeln zu testen. Vielleicht ein kleiner Beweis für den Lebensmut, den die Tiere hier zurückgewinnen?

Unsere Aufgaben sind überschaubar – mindestens von der Anzahl Aufgaben her: Film- und Foto-Material produzieren für Social Media und Webseiten, hier und da etwas Hand anlegen, und Hunde kuscheln. Innert Kürze sind wir Teil des Rudels, kennen die Auffälligen und die Verschmusten. Doch haben wir jetzt schon ein Portrait von dem grossen Hütehund dort? Und was ist mit den kleinen schwarzweissen Welpen? Und das alte Hinkebein? Ah, der mit den unterschiedlich farbigen Augen, der posiert ja richtig! Für uns ist es unmöglich, alle abzulichten. Es ist ein regelrechtes Gewusel und angeschrieben sind die Hunde ja auch nicht. Und dann sind da noch die Schüchternen, die sich kaum zeigen, sich in der Hütte verkriechen und sich vor Angst heiser bellen. Werden sie je einmal eine Familie finden? Jedes Foto erzählt die Geschichte eines Wesens, das darauf wartet, gesehen und geliebt zu werden.




Auf dem Weg ins «Immerzuhause»
Viel Angst und Tränen gab es an unserem dritten Tag, als 14 Hunde ihre lange Reise in die Schweiz, nach Deutschland und Österreich antreten konnten. Natürlich können sie nicht wissen, warum sie plötzlich ein doppeltes Sicherheitsgeschirr tragen müssen und in einen grossen, fast klinisch sauberen Transporter verladen werden. Einige von ihnen waren lange hier in der Station, andere nur ein paar Wochen. Sie verlassen ihr gewohntes Umfeld für eine ungewisse, bessere Zukunft: ein «Immerzuhause». Und genau das ist der Antrieb für alle hier: eine bessere Zukunft für die aufgelesenen, gepflegten und geliebten Fellnasen. Und trotzdem fällt der Abschied immer schwer und Tränen fliessen. Doch morgen geht es schon wieder weiter mit füttern, putzen, pflegen, flicken … jeden Tag, Jahr ein Jahr aus.



Hilf mit, den Fellnasen ein «Immerzuhause» zu finden! Deine Unterstützung schenkt den Hunden die Zeit, die sie brauchen, um zu genesen und Vertrauen in Menschen zu fassen. Jeder Franken und Euro fliesst direkt in das Nötigste und sorgt dafür, dass aus einem Strassenhund ein geliebtes Familienmitglied wird.

So kannst du mithelfen
Der Verein «Stray Paws of Pyrgos» wird massgebend von diesen drei deutschsprachigen Vereinen unterstützt.
Sie nehmen deine Spende dankend entgegen.










