Norwegen!

13. Juni bis 12. Juli 2026, Tag 305 bis 334

Den 11. Reisemonat verbrachten wir vorwiegend in Norwegen. Und es gäbe noch so viel mehr zu entdecken! In diesem Monat testeten wir auch einen neuen Reisemodus: Wenn immer möglich wollten wir jeweils mind. zweimal am selben Ort übernachten, in der Hoffnung, dass es für Jara wieder einfacher würde, im Auto zu reisen. Funktioniert hat es nur teilweise. Wir sind etwas ratlos.

sicher nicht steil!

Aus dem Tagebuch (Tag 308): Wir stehen früh auf für die Wanderung auf den Holmvassfjell, mit Sandwich und allem. Es gäbe keine steilen Stelle, hiess es … Naja. Jedenfalls sind wir in eine wunderschöne Landschaft mit spitzen Bergen und U-Tälern eingetaucht. Einfach traumhaft, und fast genügend Wind um Mücken und Bremsen fern zu halten. Jara gefällt es auch und sie ist sich unterdessen gewohnt, für Fotos hinzuhalten – hat aber nicht immer Lust dazu.

Aus dem Tagebuch (Tag 309): Heute fahren wir nur ein paar Kilometer, kaufen Essen, und arbeiten an unseren Beiträgen für die Webseite. Was machen wir wohl mit der Seite, wenn wir wieder zurück sind? Jara konnte heute ganz gut Auto fahren. Vielleicht weil Myri fuhr und ich immer bei Jara war?

WTF!

Wäsche abgegeben!

Aus dem Tagebuch (Tag 311): Diese Nacht war katastrophal. Jara lag quer, ich gereizt, Myri genervt. Ich überlegte mir im Halbschlaf, den Rucksack zu packen … Doch Morgens gehen wir noch eine Stunde spazieren. Es ist wunderbar Frühling, Sommer. Die Blumen erinnern an Pendla. Später an einem Rastplatz steigt Jara problemlos ein und aus. Unterwegs passt es ihr gar nicht in der Box. Ich bin müde, ausgelaugt. Wir suchen einen Stellplatz, finden einen Zeltplatz mit Restaurant. Es gibt moose pie, mushroom pie und Dessert. Die Wäsche geben wir auch ab. Was für eine wunderbare Erleichterung! Myri’s Nachtspaziergang wird von einer Fuchsbegegnung gekrönt.

Wale!

Aus dem Tagebuch (Tag 314): Heute habe ich versucht, auf den Berg hier zu wandern. Nach einer Stunde durch Sumpf, Matsch, Bäche und weglose, überwucherte Blocksteine, bin ich umgekehrt. Auch das ist Norwegen! Unterdessen ist der Camper ein Trocknungsraum mit Kondensation an den Scheiben: Kann man abwischen und auswringen. Wir haben für Mittwoch Whale Watching gebucht und freuen uns riesig, sind etwas nervös. Myri macht eine Mitternachtstour im Schlauchboot, ich die Katamaran-Tour mit geheiztem Innenraum: die Oldie-Tour. Das Wetter ist wirklich grüselig, doch hat die Landschaft seinen Reiz: grüne, Nebel verhangene Berge fallen steil ins Meer. Einfach mystisch.

auf der Mitternachts-Tour vor Andenes

Andøya!

Aus dem Tagebuch (Tag 318): Wir schlafen bis 10 Uhr. Wunderbar, erholsam. Es ist etwas regnerisch, aber schön genug für die Wanderung auf den Måtind. Myri hat Kopfweh und möchte nicht mit. Ich geh‘ mit Jara los. Es ist nicht selbstverständlich, dass wir vom Camper weg kommen, ohne Myri! Wir wandern bis zum See und noch weiter dem Ufer entlang. Und dann sind da plötzlich Menschen und Stimmen. Oder was war es wohl, das Jara verängstigt hat? Jedenfalls sträubt sich Jara so sehr, dass wir wieder zurück zum Camper gehen. Immerhin waren wir einmal um den See – ohne Myri!

13:45 neuer Start in Richtung Måtind. Eine tolle Wanderung, teilweise sehr steil, aber gut zu finden und wenig nass. Es windet heftig. Der Gipfel ist in den Wolken. Erst wo ich oben bin, reisst es auf und ich sehe rundherum: Meer, Buchten, Berge, Moore, Täler. Einfach wunderschön. Norwegisch. Kaum auf dem Abstieg hüllt sich der Berg wieder in Wolken. Zurück im Camper bin ich ziemlich kaputt. Wind, Regen, Sonne, vier+ Stunden Wanderung, knapp 400 Höhenmeter. Ich bin definitiv nicht mehr so fit wie vor der Reise …

Wieder Schnee!

Aus dem Tagebuch (Tag 328): Heute übernachteten wir gerade neben der Hauptstrasse. Es war erstaunlich ruhig. Und nach einem kurzen Spaziergang kamen wir los, gingen einkaufen, WLAN nutzen und WC leeren. Schon toll, wie Norwegen ausgerüstet ist! Dann weiter zu einem Stellplatz am See, etwas abseits unserer Route. Wir sind wieder alleine, es hatte kaum Verkehr und es ist wieder kalt. Auf den umliegenden Bergen liegt noch Schnee (ab ca 1000 müM).

Aus dem Tagebuch (Tag 329): Nachmittags geh‘ ich mit Jara raus. Es dauert etwas, bis sie sich vom Camper (mit Myri drin) löst. Doch dann geht die Post ab. Wir springen, spielen, jagen uns … und plötzlich ist sie weg, ändert die Spielregeln, kommt nicht mehr zurück. Adrenalin! Dann schau ich auf dem Handy, wo sie ist – ziemlich weit weg vom Punkt, wo sie verschwand. Plötzlich höre ich sie sich schütteln, springe über den Bach und folge ihr durch dick und dünn und nass und sumpfig. Zum Glück habe ich Regenhose und -jacke an. Die Schuhe sind durch und durch nass. Und ich bin glücklich und froh, mit Jara solchen Scheiss machen zu können.

Kennzahlen 11. Monat

Sehenswürdigkeiten: Walsafaris inkl. Antikotzmittel. Ausrüstung: Neu haben wir einen aggressiven, norwegischen Mückenspray, Backpulver gegen Stinkstiefel, und einen Stöpsel, um die Abläufe durchzuspülen. Schlafen: Nur einmal haben wir auf einem Camping übernachtet (und auch sehr fein gegessen). Und bei einem anderen Camping durften wir gegen einen kleinen Unkostenbeitrag duschen, entsorgen und Trinkwasser tanken. Maut: Bei der Fähre hätten wir ca. 50% sparen können, wenn wir früh genug gewesen wären. Und was noch nicht erscheint und später per Post kommen wird: Maut! Diesel: rund 213 Liter

NSTotal
Essen740133873
Diesel374374
Sehenswürdigkeit351351
Jara (Futter)1119120
Ausrüstung6060
Schlafen4646
Wäsche2323
Fähre1717
Total1’7211421’864
Angaben in Euro. N = Norwegen, S = Schweden

Reisehinweis:

Maut und Fähren in Norwegen sind teuer. Es lohnt sich, sich vorher zu informieren:


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