
DER achte MONAT
Abschied – Irrfahrt – Mitternachtssonne
13. März bis 12. April 2026, Tag 213 bis 243
Unsere Schutzengel schauen gut auf uns drei und wir sind sehr dankbar, dass wir auch im 8. Reisemonat noch keinen Autounfall hatten, trotz der vielen haarsträubenden Manövern auf den engen Strassen im Balkan. Wir haben diesen Monat sehr viele Kilometer gemacht – vom Hundeheim in Griechenland über Albanien, Montenegro, Serbien und Ungarn bis in die Slowakei. Eine albanische Irrfahrt hat uns dazu bewogen, möglichst zügig in den Norden zur Mitternachtssonne zu fahren. Mit 70 km pro Tag sollten wir es bis Ende Mai ans Nordkap schaffen.

Griechenland
Aus dem Tagebuch (Tag 215): Wir konnten gut 2’100 EURO für die Strassenhunde in Pyrgos sammeln – innerhalb von nur zwei Tagen! DANKE! Heute bringen wir die Medikamente ins Tierheim. Myri bleibt dort. Ich fahre zurück, mache dies und das und die Zeit vergeht so schnell. Myri’s Stöcke habe ich verstaut. Sie braucht sie nicht mehr – hoffentlich. Abends noch ein Telefonat in die Schweiz. Ich bin froh, gekündigt zu haben und unterwegs sein zu dürfen.

Strofylia
In Strofylia fanden wir wohl ein einzigartiges Mosaik von Lebensräumen an der Küste mit uralten Pinien und Eichen. Der Wald ist offen, sehr divers, wird beweidet und auch als Honigquelle genutzt.


Lefkada
Aus dem Tagebuch (Tag 220): Vom Stellplatz bei einem botanischen Garten ans Meer: Lefkada. Touristisch. Unsympathisch. Eng. Steil. Kaum Stellplätze. Mir gefällt es nicht. Ein Mann schlägt einen Hund. Myri geht das so nahe, dass sie den ganzen Tag mies gelaunt ist, keine Reiselust mehr hat und nur die schlechten Dinge sieht. Anstrengend. Ich hoffe, es gibt eine ruhige Nacht, hier am Strand beim geschlossenen Restaurant. Trotz dieses ersten Eindruckes ist Lefkada wunderschön und ein landschafltiches Highlight.


Vikos Schlucht
Auf dem Weg in den Norden besuchten wir die Gegend um die Vikos-Schlucht mit alten Steinbrücken, dem «stone forest» und natürlich der Schlucht selber. Oben am Aussichtspunkt werden unsere Knie weich. Die Felswand ist gute 700 Meter hoch!


Albanien – unsere Irrfahrt
Im Unterschied zu Lefkada war unser erste Eindruck von Albanien umwerfend. Der Zöllner war fröhlich und kommentierte lustig Myri’s Geburtsdatum. Das ist uns noch nie passiert, so aufgestellt in einem Land empfangen zu werden. Und plötzlich waren wir in den Bergen. Frischer Schnee auf den Gipfeln, kurvenreiche Strasse, ein rosaroter ÖV-Bus, über jeden Bach und Fluss gibt es Hängebrücken. Wir freuten uns richtig auf die Tage in einem Häuschen in den albanischen Bergen.

Doch danach ging’s bergab: zuerst mussten wir das Reserverad vom Dach nehmen, um überhaupt zu unserem Häuschen fahren zu können, dann konnten wir dieses kaum warm halten (weil die «Heizung» aus zwei Elektrostrahlern und einem rauchenden Kamin bestand) und WLAN gab es nur in einer Ecke in der Küche. Und dann fanden wir heraus, dass die Strasse, die wir zur Osumit-Schlucht nehmen wollten, eine der anspruchsvollsten und berüchtigtsten 4×4-Schotterpisten durch Albanien’s Berge ist. 40 Kilometer! So planten wir um, strichen Highlights, fuhren ans Meer … und landeten an einem Abfallstrand. Immerhin fanden wir dort ein feines Fischrestaurant. Wir entschieden uns, möglichst rasch in den Norden zur Mitternachtssonne zu fahren.




Aus dem Tagebuch (Tag 229): Camper geputzt, Bad genommen, mit dem Camper an den Fluss gefahren zum Spielen. Myri muss noch immer gut auf ihren Fuss achten! Ein Nachbar möchte uns Wein verkaufen und lädt uns zum Kaffee ein. Ich lehne ab. Ich verstehe so wenig albanisch. So schade irgendwie … Ich stelle den Boiler ab, um Strom zu sparen. Myri wollte auch baden und stand dann plötzlich nackt und frierend in der Küche. Es wird eine kalte Nacht geben. Man sieht die Sterne.

Aus dem Tagebuch (Tag 232): Albanien gefällt uns noch immer nicht wirklich. Und wir nehmen uns kaum Zeit für dieses Land. Der Norden und die Mitternachtssonne rufen laut. Ich versuche viele Kilometer zu fahren. Es ist anspruchsvoll für mich, der Verkehr, die Schlaglöcher, die Orientierung. Myri ist ziemlich unmotiviert, meint, sie würde krank. Ich bin müde. Albanien ist schmutzig. Der Spalt zwischen arm und reich scheint gross. Der Strand ist voller Abfall. Und es blühen Märzenglöggli.


Montenegro
Im farbigen Herbst standen wir in Montenegro an der albanischen Grenze. Jetzt, im Frühling, überqueren wir genau diese Grenze nach einer eindrücklichen Fahrt durch die albanischen Berge und sind wieder am selben Ort. Der Frühling ist vergleichsweise kühl und kahl. Nach einem süssen Abstecher nach Gusinje fahren wir weiter und übernachten bei Berane in der Nähe eines monumentalen Partisanen-Denkmals.


Serbien
Aus dem Tagebuch (Tag 237): Morgens noch auf den Markt in Zlatibor. Myri kauft sich Wollsachen. Dann geht’s los. Zum River House, dann weiter, weiter, weiter … jeder Stellplatz passt nicht, bis wir um 22:00 dann endlich ankommen. Jara macht alles schön mit, sogar Pipi auf dem Autobahn-Parkplatz. Unterwegs treffen wir einen jungen Mann, der gerade ein Restaurant baut. Er lebte vier Jahre in der Schweiz. Etwas später treffen wir einen älteren Mann. Er lebte ein Jahr in der Schweiz. Beide waren Bodenleger. Lustige Begegnungen!

Unterwegs nach Ungarn besuchten wir das welt-grösste Museum mit Terra-Cotta-Kunst in Kikinda. Nicht nur die Objekte in der offiziellen Ausstellung sind der Hammer, sondern auch diejenigen in der unsortierten Grümpelkammer. Und nochmals übernachten wir in der Nähe eines Partisanen-Denkmals.


Ungarn
Die Grenze zwischen Serbien und Ungarn ist mit neuester Technologie abgesichert und schreckt uns ab. Auch hier ist die Kriegsgeschichte allgegenwärtig. Zudem sind gerade Wahlen, die einen politischen Wechsel einläuten. Doch in Hortobágy werden noch alte Traditionen gepflegt – wohl auch als Touristenattraktion.

Slowakei
Am 12. April überqueren wir die ungarische Grenze zur Slowakei. Man muss richtig aufpassen, damit man sie nicht verpasst!

Kennzahlen 8. Monat
Wie immer: Für Essen und Diesel (rund 251 Liter) geben wir am meisten aus. Jara: Gegen Ende dieses Reisemonats begann Jara sich unüblich oft zu kratzen und lecken. Wir vermuten eine Futterunverträglichkeit und lassen uns die verschiedenen Futter, die sie so liebt, von Gemini analysieren: Im Futter der grossen Supermärkte ist eigentlich nur Schrott, mit wenig Nährwert und vielen Zusatzstoffen. Wir entscheiden uns für besseres Futter mit hohem Protein-Anteil und ohne Zusatzstoffe und geben schon einmal über 160 Euro aus Sehenswürdigkeiten: Olympia, Burg auf Lefkada, Fotomuseum, Terra Museum, Kutschenfahrt. Ausrüstung: Gartenschlauch, Leintuch, Küchentücher, etc. AdBlue: total willkürliche Preise für 10 Liter: in Albanien: 9.90, in Slowenien: 35.00.
| GR | AL | MNE | SRB | H | Total | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Essen | 296 | 229 | 12 | 165 | 69 | 770 |
| Diesel | 231 | 107 | 35 | 146 | 519 | |
| Schlafen | 214 | 214 | ||||
| Jara | 164 | 164 | ||||
| Maut | 68 | 7 | 9 | 18 | 102 | |
| Internet | 27 | 50 | 2 | 2 | 81 | |
| Sehenswürdigkeiten | 45 | 18 | 8 | 9 | 80 | |
| Ausrüstung | 16 | 35 | 51 | |||
| Wäsche | 35 | 35 | ||||
| AdBlue | 10 | 10 | ||||
| Total | 718 | 660 | 57 | 184 | 408 | 2’027 |
31 Übernachtungen
| Häuschen | «wild» | |
|---|---|---|
| GR | 13 | |
| AL | 4 | 4 |
| MNE | 1 | |
| SRB | 5 | |
| H | 3 | |
| SK | 1 |







