
Antarktis und Gummibärchen
Was haben Antarktis und Gummibärchen miteinander zu tun?
Antarktis
Wenn man in einer klaren Nacht in den Norden blickt, sieht man die auffälligen Sternbilder des Grossen und Kleinen Bären. Die antiken Griechen nannten die nördliche Himmelsregion daher Arktikós: «das Land unter dem Grossen Bären». Daraus wurde im Laufe der Jahrhunderte die geografische Bezeichnung für die Nordpolregion: die «Arktis«.
Das Gegenüber der Arktis ist die Anti-Arktis (sog. Antarktis): Das Land, wo keine Bären sind, weder im Himmel noch auf Erden.

Gummibärchen

Als Hans Riegel im Jahr 1922 in Bonn «Haribo» gründete, erfand er den «Tanzbären» (den Vorläufer des heutigen Gummibärchens). Es musste eine Figur sein, die positiv besetzt war. Da im frühen 20. Jahrhundert abgerichtete, tanzende Bären eine echte Sensation auf Jahrmärkten waren, assoziierte man Bären mit Vergnügen und Jahrmarkt-Süssigkeiten. Mit der Wahl dieses symbolträchtigen Tieres hatte Riegel damals einen sehr guten Riecher. Heute wäre ein essbarer Tanzbär zum Glück wohl eher ein Flopp. Tanzbären sind mindestens in Kontinentaleuropa kaum noch anzutreffen. Bären zu halten ist in den meisten Ländern nur mit Bewilligung erlaubt und die meisten Tanzbären wurden in den vergangenen Jahren gerettet und werden z.B. in Bulgarien im Bärenwald gepflegt.

Braunbär
Der Braunbär ist also die Verbindung zwischen der Arktis und dem Gummibärchen. Die Wissenschaft nennt ihn Ursus arctos, «Bär Bär». (Es gibt noch andere so komische Doppelbezeichnungen für Tiere, z.B. Alces alces und Bufo bufo). Der Grizzlybär von Nordamerika ist übrigens eine Unterart und heisst Ursus arctos horribilis. Der «schreckliche» Braunbär. Er ist grösser als der europäische Braunbär und muss dem «Entdecker» ziemlich Eindruck gemacht haben.


Teddybär
Und wohl weil der Grizzlybär so beeindruckend ist, war (und ist) er Ziel für sinnleere Trophäenjagd. 1902 nahm der damalige US-Präsident «Teddy» Roosevelt an einer Bärenjagd teil. Als die Jagdgesellschaft einen alten, erschöpften Bären stellte und an einen Baum band, damit der Präsident ihn erschießen konnte, weigerte sich Roosevelt. Die Geschichte wurde schnell berühmt. Der Karikaturist Clifford Berryman zeichnete daraufhin eine treffende Karikatur, die unabhängig voneinander in den USA und in Deutschland die Stoffbär-Idee zündete. In den USA stellten die Michtoms einen Stoffbären («Teddy’s Bear») ins Schaufenster und gründete damit die Ideal Novelty and Toy Company. In Deutschland entwickelten die Steiffs aufgrund der Karikatur den ersten beweglichen Plüschbären.
Moderner Schutzpatron
Dass Plüschbären einmal Zäune, Mauern oder Balkone in Albanien schmücken, hätten sich wohl weder die Michtoms noch die Steiffs träumen lassen. Doch warum findet man in Albanien oft verwitterte, teils skurril anmutende Plüschbären? Wenn jemand ein Haus baut oder ein Geschäft eröffnet, fürchtet man den Neid der Mitmenschen. Der Neid, so der Glaube, bringt Unglück. Die auffälligen oft hässlichen Plüschtiere dienen als optischer Blitzableiter. Sie fangen den allerersten Blick ab und neutralisieren so die negative Energie, bevor sie dem Gebäude oder dem Geschäft schaden kann. Früher nahm man anstatt Plüschbären oft auch Tierschädel.

Bärenföhre
Für das Volk der Sámi hatte der Schädel des Bären eine andere Bedeutung. Der Bär war für sie ein heiliges, menschenähnliches Wesen mit einer unsterblichen Seele. Die Jagd auf ihn war kein Sport, sondern ein respektvolles Ritual. Nach einer erfolgreichen Jagd feierten die Sámi, um den Geist des Tieres zu versöhnen. Hierbei spielte eine ganz bestimmte Föhre – die Bärenföhre – eine zentrale Rolle: Der Schädel des Bären wurde hoch oben in den Ästen befestigt, während die restlichen Knochen in der exakten anatomischen Reihenfolge in der Erde vergraben wurden. Die Föhre diente als Brücke zwischen Erde und Himmel. Die Seele des Bären konnte so ungehindert wieder auferstehen und in die Welt der Götter zurückreisen.

Jemandem einen Bären aufbinden
Und vielleicht stimmt das alles, und vielleicht auch nicht und Gemini hat uns einen Bären aufgebunden. Jedenfalls soll diese Redewendung etwa aus dem 16. Jahrhundert kommen. Damals stand das Wort «Bär» im altdeutschen Raum metaphorisch für eine «grosse Last» oder eine Schuld. Wenn ein Gast in einer Schenke seine Zeche nicht bezahlen konnte, versuchte er, sich heimlich aus dem Staub zu machen oder dem Wirt eine Lügengeschichte aufzutischen. Dem Wirt wurde im übertragenen Sinne eine «schwere Last» (die unbezahlte Rechnung) aufgehalst bzw. aufgebunden, während der Schwindler das Weite suchte.
Und vielleicht stimmt das, und vielleicht auch nicht.
Quellen: Inhalt generiert mit Hilfe von Google Gemini (02.06.26). Bilder von Myri.







